Die meisten Probleme zwischen Creatorinnen und Agenturen entstehen nicht aus bösem Willen, sondern weil niemand den Vertrag gelesen hat. Hier sind die sieben Punkte, die du prüfst, bevor du unterschreibst. Das ersetzt keine Rechtsberatung, aber es sortiert die Verträge, bei denen du gar nicht erst zum Anwalt musst.
1. Wem gehören die Accounts?
Dir. Ohne Ausnahme. OnlyFans, Instagram, TikTok, die E-Mail-Adresse dahinter. Wenn der Vertrag die Accounts auf die Agentur überträgt oder die Agentur die Zugangsdaten "verwaltet", ohne dass du sie hast, unterschreib nicht.
2. Wem gehören die Inhalte?
Auch dir. Die Agentur darf sie für dein Marketing nutzen, solange ihr zusammenarbeitet. Danach nicht mehr. Steht im Vertrag, dass die Agentur die Inhalte "zeitlich unbegrenzt" nutzen darf, ist das ein Warnsignal.
3. Wie hoch ist die Provision und worauf?
Auf den Nettoumsatz nach OnlyFans-Gebühr oder auf den Bruttoumsatz? Das macht 20 Prozent Unterschied. Fair ist Netto. Und: Gibt es Mindestbeträge, Setup-Gebühren, Kosten für Shootings oder Software? Alles, was nicht Provision ist, muss einzeln drinstehen.
4. Wie lange läuft es, wie kommst du raus?
Lange Laufzeiten schützen nur die Agentur. Eine Agentur, die gute Arbeit macht, braucht keine zwölf Monate Bindung. Prüf: Laufzeit, Kündigungsfrist, und was mit laufenden Umsätzen nach der Kündigung passiert.
5. Was genau wird geleistet?
"Management" ist kein Leistungsumfang. Chat (wer, wann, welche Sprache), Reichweite (welche Plattformen, wie viele Posts), Content-Plan, Schutz, Reporting. Je konkreter, desto besser. Was nicht drinsteht, wird nicht gemacht.
6. Was passiert bei Sperre, Leak oder Streit?
Gibt es einen Prozess, oder steht da nichts? Ein fairer Vertrag regelt, wer bei einem Leak die DMCA-Anfragen stellt, wer bei einer Sperre den Einspruch macht, und wie Meinungsverschiedenheiten geklärt werden.
7. Wie siehst du die Zahlen?
Der Vertrag sollte dir Einsicht in alle Umsätze garantieren, jederzeit. Eine Agentur, die sich dagegen sträubt, hat etwas zu verbergen.
Die kurze Liste der Warnsignale
Vorauszahlungen. Accounts auf den Namen der Agentur. Laufzeit über sechs Monate. Provision auf Brutto. Keine Einsicht in Zahlen. Versprochene Summen. Druck, sofort zu unterschreiben.
Unseren Vertrag gehen wir vor dem Start gemeinsam durch, Punkt für Punkt. Was du nicht verstehst, wird erklärt. Was dir nicht passt, wird besprochen.
