Von 100 Accounts, die gleich aussehen, gehen fünf bis zehn viral. Der Rest hängt bei ein paar hundert Views. Der Unterschied ist selten die Optik. Es ist die Frage, ob ein Fan in drei Sekunden versteht, wofür der Account steht.
Was eine Nische ist
Keine Kategorie, sondern ein Versprechen. "Fitness" ist eine Kategorie. "Die, die morgens um sechs im Gym ist und dir erzählt, was sie dabei denkt" ist eine Nische. Der Fan weiß, was er bekommt, und er weiß, dass er es woanders nicht bekommt.
Die drei Fragen
- Was bist du schon? Nicht, was du sein könntest. Dein Alltag, dein Beruf, dein Humor, deine Umgebung. Das Authentische trägt länger als jede Rolle.
- Wer zahlt dafür? Es gibt Nischen mit viel Reichweite und wenig Umsatz, und Nischen mit wenig Reichweite und hohem Umsatz. Beides kann funktionieren, aber du musst wissen, wo du bist.
- Kannst du das dreimal die Woche, ein Jahr lang? Eine Nische, die dich nach zwei Monaten langweilt, ist die falsche.
Das Dreieck
Jede Nische liegt irgendwo zwischen drei Punkten: Reichweite (wie viele sehen es), Kaufabsicht (wie viele zahlen) und Bindung (wie lange bleiben sie). Sexualisierter Content hat hohe Kaufabsicht, aber schlechte Reichweite und kurze Bindung. Sprech-Content hat hohe Reichweite und gute Bindung, aber die Kaufabsicht muss im Chat aufgebaut werden. Die beste Nische ist die, bei der du zwei von drei stark bedienst.
Die Nische nie wechseln
Deine Follower prägen, was der Algorithmus über dich weiß. Wer nach drei Monaten die Nische wechselt, verliert diese Einordnung und fängt von vorn an, mit Followern, die das Neue nicht wollen. Lieber einen zweiten Account aufbauen als den ersten umbauen.
Was wir im Gespräch machen
Im ersten Gespräch geht es genau darum: Was bist du, wer zahlt dafür, was hältst du durch. Daraus entsteht die Nische, und aus der Nische der Content-Plan. Alles andere folgt daraus.
Die Nische ist die erste Entscheidung. Sie ist auch die, die am seltensten bewusst getroffen wird.
