Das Thema klingt trocken, kostet aber mehr Creatorinnen den Schlaf als jeder Shadowban. Hier die Grundlagen, so wie wir sie unseren Creatorinnen am ersten Tag erklären. Das ersetzt keine Steuerberatung. Für deinen Fall brauchst du jemanden, der deine Zahlen kennt.
Du bist Unternehmerin, ab dem ersten Dollar
OnlyFans-Einnahmen sind in Deutschland steuerpflichtig, egal wie hoch. Es gibt keine Freigrenze, ab der es "nur ein Hobby" ist. Wer regelmäßig Inhalte verkauft, handelt mit Gewinnerzielungsabsicht, und das ist ein Gewerbe.
Das heißt konkret: Gewerbeanmeldung bei der Stadt, Fragebogen zur steuerlichen Erfassung beim Finanzamt, Steuernummer. Das dauert ein paar Wochen und kostet fast nichts. Wer es auslässt, riskiert Nachzahlungen für Jahre plus Zinsen.
Einkommensteuer und Gewerbesteuer
Auf den Gewinn zahlst du Einkommensteuer, ab etwa 24.500 Euro Gewinn im Jahr zusätzlich Gewerbesteuer. Gewinn heißt: Einnahmen minus Ausgaben. Ausgaben sind alles, was für die Arbeit nötig ist: Kamera, Licht, Handys, Software, Agenturanteil, ein anteiliges Arbeitszimmer, Outfits, die nur für Content genutzt werden.
Faustregel für Rücklagen: Lege ab dem ersten Monat 30 bis 40 Prozent jeder Auszahlung zur Seite. Das Finanzamt kommt mit Verspätung, aber es kommt.
Umsatzsteuer: der Sonderfall OnlyFans
OnlyFans sitzt in Großbritannien und rechnet die Umsatzsteuer für die Plattform selbst ab. Deine Auszahlung ist bereits ein Nettobetrag. Trotzdem musst du den Vorgang in deiner Umsatzsteuer-Voranmeldung erfassen, das Verfahren heißt Reverse-Charge. Viele Steuerberater kennen den Fall nicht, frag gezielt danach.
Die Kleinunternehmerregelung (bis 25.000 Euro Umsatz im Vorjahr) ändert daran wenig, weil die Umsatzsteuer ohnehin über OnlyFans läuft.
Was du monatlich tun solltest
- Alle Auszahlungen und Ausgaben in einem Sheet oder einer Buchhaltungssoftware erfassen.
- Belege digital ablegen, auch für kleine Beträge.
- Umsatzsteuer-Voranmeldung fristgerecht abgeben, monatlich oder vierteljährlich, je nach Vorjahresumsatz.
- Rücklage auf ein getrenntes Konto überweisen und nicht anfassen.
Anonymität und Finanzamt
Das Finanzamt erfährt, was du tust, aber nicht öffentlich. Steuerdaten unterliegen dem Steuergeheimnis. Deine Gewerbeanmeldung läuft unter einer neutralen Bezeichnung wie "Online-Content-Erstellung und Marketing". Niemand muss "OnlyFans" ins Gewerberegister schreiben.
Bei Northfeed bekommst du mit dem Dashboard eine saubere Übersicht über deine Einnahmen, die du direkt an die Steuerberatung weitergeben kannst. Die Steuern selbst machen wir nicht, aber wir sorgen dafür, dass die Zahlen stimmen.
